Ein Verein, eine Mannschaft , eine Familie
Ein Verein, eine Mannschaft , eine Familie
Vorankündigung(Stand 27.07.2105):

In nächster Zeit wird unser Kapitel *Kabinengeflüster 2015* nach dreijähriger Pause wieder aktiviert!!! Ihr dürft gespannt sein ;-)

10.08.2012

Er ist eine Institution im Verein, einer der Verantwortung übernimmt und auch was zu sagen hat. Oft auch mal unbequem, aber das macht ihn aus. Die Rede ist von Christoph Dickmann, der in dieser Saison wieder verstärkt ins Spielgeschehen eingreifen möchte.

Christoph, Du hast die unterschiedlichsten Funktionen im Verein bekleidet. Vom ersten Vorsitzenden bis zum Spieler. Allerdings hast Du Dich in der vergangenen Saison etwas rar gemacht.
Ja, letztlich war das eine Entscheidung mein Studium in Mannheim voranzutreiben. Ich wollte mich voll darauf konzentrieren und habe daher lediglich nur 16 von 30 Spielen bestritten. Jetzt möchte ich mich wieder stärker einbringen.

Das kann der Mannschaft zu Gute kommen, denn in vielen Spielen fehlte ein aggressiver Spieler, der auch Führungsqualitäten auf dem Platz hat..
Ich denke, die Mischung macht´s. Wir haben eher eine ruhige und relativ brave Mannschaft. Für beides stehe ich eher nicht... ;)

Aufgrund Deiner langjährigen Vorstandstätigkeit, kannst Du Dir sicherlich ein kleines Statement zur aktuellen Situation im Verein „erlauben“.
Ich denke, insgesamt läuft es sehr gut. Der neu zusammengesetzte Vorstand musste sich zunächst finden und einspielen, jeder in neue Aufgaben hineinwachsen. Aber in der Konstellation mit vielen neuen und eher unerfahrenen Mitgliedern macht der Vorstand unter nicht ganz einfachen Rahmenbedingungen einen super Job.

Was meinst Du mit "nicht ganz einfachen Rahmenbedingungen"?
Man muss immer im Hinterkopf haben, dass Biringen und Oberesch zwei kleine Dörfer abseits größerer Gemeinden sind. Hier gibt es weder viele Firmen, respektive Sponsoren, noch ein riesiges Spielerreservoir. Da haben andere Vereine eine viel bessere Ausgangssituation. Und dennoch gelingt es uns seit Jahren, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten und auch den einen oder anderen kleinen Erfolg einzufahren. Es ist schön zu sehen, dass wir relativ leicht Spieler für zwei aktive Mannschaften zusammenbekommen und auch durchaus gute Spieler am Start haben.

Auf der Trainerbank hat sich auch was getan. Auf unseren langjährigen Trainer Izzy, folgte nun erstmalig ein Duo..
Ja, das war eine ziemliche Herausforderung, eine adäquate Lösung zu finden. Aber ich glaube, die haben wir jetzt. Als ich gefragt wurde, wie man eine Nachfolge gestalten könnte, fiel mir spontan die Variante ein, es mit zwei Spielern aus dem aktuellen Kader zu versuchen.

Ursprünglich waren Echi und Andreas vorgesehen.
Ja, das war die Idee, und das war zu dem damaligen Zeitpunkt auch die beste Lösung, allerdings ergeben sich manchmal neue Konstellationen, auf die man neu entscheiden muss. Und wenn sich die Chance auftut, einen Florian Schmitt zu bekommen, muss man zugreifen. An der Stelle muss man Caro erwähnen, die Florian nach Biringen gelotst hat und auch Echi, der auf das Trainerarm zugunsten von Flo verzichtet hat.

Wie funktioniert es mit dem Trainerteam?
Der erste Eindruck ist positiv. Man muss immer in Betracht ziehen, dass es für beide eine neue Aufgabe ist. Und die Abstimmung untereinander ist sicherlich am Anfang nicht ganz einfach. Aber wie heißt es so schön? Eine Katze bekommt erst nach neun Tagen Augen. Das kostet normal fünf Euro ins Phrasenschwein..

Die Kader sind nahezu identisch..
Ja absolut. Wir haben einen schwerwiegenden Abgang mit Izzy zu verzeichnen. Der wurde meiner Meinung nach mit Flo adäquat ersetzt. An der Stelle möchte ich Izzy nochmal ein großes Kompliment aussprechen, der auch als Spieler enorm wertvoll war. Der konnte ja quasi alle Positionen spielen - und überall sensationell gut. Aber, und das sollte ein Learning auch für Andy und Flo sein, je mehr Einfluss Izzy auf die Mannschaft ausübte, desto mehr litt seine eigene Konzentration und oftmals auch sein eigenes Spiel. Will heißen, dass man als Trainer nicht versuchen sollte, Mädchen für alles zu spielen, sondern auch zu delegieren. Da sollte der Libero oder der Mannschaftskapitän oder ein weiterer Spieler Verantwortung bekommen oder übernehmen und dem Trainer damit auch helfen, auf dem Platz für Ordnung zu sorgen. Dies blieb in der vergangenen Saison alles an Izzy kleben und der schrie sich dann die Seele aus dem Leib, aber immer zum Wohle der Mannschaft und des Vereins.

Hier gilt es eine Balance zu finden..
Auf jeden Fall. Hektische Rumschreierei bringt nichts, aber konstruktive lautstarke Anweisungen sind wichtig und bei unserem Team auch absolut notwendig. Diese Impulse, wie sie Izzy in der letzten Saison setzte, pushen natürlich auch eine Mannschaft. Mir ist es bei uns inzwischen teilweise zu ruhig. Aber das wird sich einspielen. Vielleicht müssten wir auch über eine Art Schulung des Liberos nachdenken, wie er positiven Einfluss durch Kommandos ausüben kann.

Wie siehst Du die sportliche Situation?
Wie eben bereits gesagt ist der Stamm identisch zum letzten Jahr. Wir haben mit Flo eine absolute Granate bekommen, den wir gut einsetzen müssen. Wenn die Trainer es schaffen, die Puzzleteilchen so zusammenzufügen, dass alle Rädchen perfekt ineinander greifen und unser kleiner Kader vor Verletzungen verschont bleibt, dann werden wir den Platz der vergangen Saison sicherlich halten, wenn nicht sogar verbessern können.

Wie kannst Du persönlich dazu beitragen, dass die Rädchen besser ineinander greifen?
Ich sehe meine Aufgabe darin zu helfen, den Gemeinschaftssinn weiter zu stärken und die vielen unterschiedlichen Charaktere noch näher zusammen zu bringen. Das kann ein Mannschaftsabend sein, das kann eine gesellige Runde nach dem Training sein, das kann auch eine Wanderung sein. Vielleicht kann es auch ein Stück Identifikation mit unserem Ort sein. Warum nicht mal eine Fackelwanderung durchs Tunnel nach Silwingen? Im Übrigen finde ich das Engagement der Trainer auf diesem Gebiet herausragend. Andy hat in der Vorbereitung hier bereits viele Ideen eingebracht und u.a. ein Trainingslager organisiert. Total super finde ich, wie Flo sich hier einbringt. Er kommt hierher als Stürmer, der über 50 Tore in der letzten Saison in Dillingen gemacht hat - ohne jegliche Starallüren. Er bringt seine Freundin regelmäßig mit und sucht die Nähe zu den Leuten hier und versucht auch selbst seinen Spaß zu finden. Das sind sehr gute Voraussetzungen, positiv nach vorne zu schauen. 

Danke für die offenen Worte

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13. Juli 2012

Florian Schmidt ist seit wenigen Wochen unser neuer Trainer. Dem SV B/O ist es gelungen, einen echten Goalgetter an Land zu ziehen. Auf seiner letzten Station bei der DJK Dillingen schoss er seinen Club mit über 50 Toren fast alleine zum Aufstieg. Nun tritt er mit Andreas Blazy das schwere Erbe von Izzy Ali Khan an.

Herzlich Willkommen, Florian. Es ist schon eine Überraschung, einen solchen Top-Spieler in Biringen begrüßen zu können. Wie kam es zu diesem Wechsel?
Großen Anteil hat sicherlich Caro, die ziemlich hartnäckig an mir dran war. Sie hat mir vom Verein und der Kameradschaft vorgeschwärmt. Dazu habe ich von Echi, den ich von der Arbeit her sehr gut kenne, ähnliches gehört.

Zuletzt spieltest Du bei DJK Dillingen..
Ja, wir sind letzte Saison dann auch Meister geworden und hatten eine ziemlich gute Mannschaft zusammen. Erste Trainererfahrung habe ich als Jugendtrainer bei der DJK gesammelt.

Und jetzt Biringen – wie sind deine ersten Eindrücke?
Positiv! Natürlich steht das gemeinsame Kennenlernen in den ersten Tagen im Vordergrund. Die Mannschaft war in den letzten Jahren einen anderen Trainer gewohnt und wenn man neu kommt ist eine Gewöhnungsphase normal. Förderlich war diesbezüglich das Trainingslager in Braunshausen. Hier waren wir mit 13 Spielern und haben gute Grundlagen für eine erfolgreiche Saison gelegt.

Was steht auf dem Trainingsplan?
Natürlich ist einen gute Fitness eine wichtige Voraussetzung. Aber mir sind gewisse Mechanismen wie richtige Laufwege wichtig. Kurzpassspiel und Kombinationen mit wenigen Ballkontakten – das üben wir ein.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit Andreas?
Ich denke, es klappt schon recht gut. Es ist aber klar, dass das auch Zeit braucht. Wir müssen einander kennenlernen und beide die neue Konstellation annehmen und uns gemeinsam abstimmen, Aufgaben aufteilen. Ich bin da positiv gestimmt.

Wo siehst Du deine Position? In der Vorbereitung hat man dich oft im Mittelfeld gesehen.
Ich bin Stürmer. Ich habe das auch in Dillingen gespielt. Momentan versuchen wir das Mittelfeldspiel. Es ist doch klar, dass in der Vorbereitung ausprobiert wird. Wir haben im Angriff eine gute Besetzung. Wir haben mit Mehmet einen guten Stürmer, dazu René Klose, Matze. Vorne mache ich mir nicht die großen Gedanken. Schaut man auf die Statistik der letzten Saison, ist klar wo der Schuh drückt. Wir hatten zu viele Gegentore. Das heißt, ein Hauptaugenmerk liegt auf der Defensive.

Wie bist Du mit der bisherigen Vorbereitung zufrieden?
Wir hatten hier in der Spitze 19 Mann im Training. Allerdings auch schon mit nur 10 Leuten trainiert. Ich habe mir sagen lassen, dass die Vorbereitung in Biringen schon traditionell wenig besucht ist. Aber ehrlich gesagt, macht es keinen Spaß, wenn man nur mit wenigen Leuten da steht. Aber es ist nicht so, dass die Fehlenden keine Lust haben, sondern viele sind durch Urlaub oder Schichtdienst verhindert. Ich hoffe, dass sich die Trainingsbeteiligung zum Saisonstart kontinuierlich erhöht. Schade ist, dass Frank Kiefer, der zur Bundeswehr musste, uns leider dadurch fehlt. Er ist eine sehr talentierter Spieler und hatte sehr gut trainiert.

Gibt es sonst Spieler, die man hervorheben kann?
In der Phase macht das keinen Sinn. Alle sind engagiert. Ich bin glücklich, dass Paul Schäfer wieder dabei ist. Von ihm ist einiges zu erwarten.

Wie sieht deine Analyse derzeit aus?
Ich sehe viele gute Spieler, viele junge Spieler. Was ich noch nicht ganz sehe, ist eine homogene Mannschaft. Ein Zusammenspiel, eine taktische Einheit. 11 Einzelspieler gewinnen kein Spiel. Das wird die große Herausforderung wird sein, ein Team zu formen. Es bleibt ja noch etwas Zeit bis zum Saisonauftakt.

Der hat es dann gleich in sich. In Merzig/Mondorf, dann gegen Gerlfangen. - Danke.

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10. Mai 2012

Ümit Sanak und Ehmet Echi im Kabinengeflüster. Interessant sicherlich die Ausführungen des neuen Trainers (neben A. Blazy) Echi zu Themen der neuen Saison.

Echi, zunächst Gratulation zum Trainerjob in der neuen Saison beim SV B/O. Was bedeutet das für dich?

Das ist natürlich eine große Herausforderung und eine Verantwortung gegenüber den Spielern und dem ganzen Club. Ich freue mich auf die Aufgabe, die ich zusammen mit Andras Blazy angehen werde.

Die neue Saison steht praktisch vor der Tür und natürlich gibt es reichlich Spekulationen, wie das neue Trainerduo arbeiten wird und welcher Kader zur Verfügung steht.

Eins vorweg: Wir werden eine angenehme Vorbereitung absolvieren, d.h. es wird keine 15km-Läufe oder ähnliches geben. Es kursieren ja Gerüchte diesbezüglich. Wir versuchen alle Spieler fit bzw. fitter zu machen, aber ohne Quälerei. Der Spaß steht bei uns im Vordergrund. Sicherlich gehören Fitness und Kondition zum Fußball dazu, aber bei uns steht letztlich immer auch der Ball im Mittelpunkt. Denn die technischen Fähigkeiten gilt es vordergründig bei allen zu verbessern.

Zum Kader..

Wir werden einen großen Kader für beide aktiven Mannschaften haben. Innerhalb des aktuellen Kaders sehen wir insbesondere in der zweiten Mannschaft den ein oder anderen Kandidaten, der den Sprung in die erste Mannschaft schaffen kann. Wir legen hier viel Wert auf Durchlässigkeit.

Es stehen einige Abgänge fest: Izzy Ali-Khan, Andy Hubert, Bedersdorfer, Wolfgang, Olli Muller und Ismael. Fragezeichen stehen auch hinter Mehmet. Diese müssen erstmal ersetzt werden.

Das ist richtig, hier arbeiten wir dran. Wir haben einen Top Stürmer an der Angel und weitere Kandidaten, die uns sofort weiterhelfen können. Auch gibt es Möglichkeiten einen Torwart zu holen. Wir versuchen darüber hinaus Mehmet oder auch Ismael zu halten. Hier sind sie absolute Stammspieler, anerkannt und haben ein gutes Umfeld. Das sollte man nicht unterschätzen. Und das wissen sie auch.

Aber betrachtet man die Abgänge, so sind das alles Spieler der ersten Mannschaft.

Ja und? Es ist doch utopisch zu glauben, man spielt jahrelang mit der gleichen Formation. Wir haben ja bereits in der Winterpause mit René, Matthias, Frank junge hungrige Spieler dazugewonnen. Hinzu kam noch Selim oder Heimkehrer Paul. Wir haben mit Marco einen überragenden Verteidiger rangezogen, der den Sprung in die erste Elf problemlos gepackt hat. Oder Spieler wie Carsten, Fahdi und Ümit. Sie haben sich alle entwickelt. Darüber hinaus kommt hoffentlich Christoph wieder öfter hinzu. Also ich sehe die kommende Saison ziemlich positiv.

Was soll sich ändern?

Wir wollen positiver auftreten. Wir haben einen jüngeren Kader, wollen schneller nach vorne spielen, nicht nur die Bälle nach vorne kloppen. Das haben wir diese Saison viel zu oft gemacht. Wenn ich sehe, welche technische Qualität teilweise bei uns im Mittelfeld spielte, dann ist es einfach unklug, diese einfach nicht einzusetzen. Damit meine ich, die langen Bälle auf die Spitzen zu schlagen. Das kommt irgendwie aus der Historie heraus. Wir haben mit Izzi, Wolfgang, Ismael oder mir gezeigt, dass wir auch durchkombinieren können und dann die Bälle in die Schnittstellen spielen können. Viele Tore sind so gefallen. Nach vorne waren wir immer gefährlich. Wer eine Granate wie Mehmet hat, der muss ihn auch gut einsetzen. Die vielen langen Bälle sind da Gift bzw. kennen die Gegner das aus anderen Spielen, denn viele Mannschaften spielen so.

Also gibt es in Zukunft Kombinationsfußball à la BVB?

Bitte nicht falsch verstehen. Wir sind Kreisliga und technisch alle nicht perfekt und es wird keiner niedergemacht, wenn ihm dreimal der Ball verspringt oder ein Pass im Aus landet. Wir möchten eine positive Stimmung haben. Wenn jemand einen Fehler macht und danach vom Trainer an die Wand genagelt wird, dann überlegt er sich bei nächsten Mal das fünfmal und der Gegner hat auf einmal den Ball. Warum nicht einfach gegenseitig anfeuern. So erzeugt man Selbstbewusstsein und Sicherheit. Ein Spieler soll nach drei Fehlpässen auch den vierten versuchen an den Mann zu bringen. Es darf keine Angst vor Fehlern entstehen.

Hier herrschte in dieser Saison, untypisch für den SV, ein rauer Ton.

Ja, und das wird es bei Andreas und mir definitiv nicht geben. Klar wird es hier auch zu Kritik kommen, aber nicht vernichtend und immer positiv. Bitte nicht falsch verstehen. Izzi hat hier einen absoluten Top Job gemacht, aber es war auf dem Platz zu laut.

Nun wird es locker?

Ja, definitiv. Es wird locker und wir werden Spaß haben und Fußball spielen. Aber es wird auch definitiv mehr Disziplin geben. Ordnung muss sein und die Vorgaben müssen umgesetzt werden.

Das macht ja Vorfreude auf die neue Runde. Mit welcher Taktik soll es denn klappen?

Wir haben klare Vorstellungen im Kopf, wie es aussehen soll. Aber hier werden wir das gemeinsam mit der Mannschaft besprechen. Andreas und ich funken absolut auf einer Wellenlänge und ich denke, wir werden und super ergänzen. Die Grundlagen in Bezug auf Taktik und Teamgeist legen wir im Traininglager in Braunshausen.

Wer hat eigentlich das Zepter in der Hand?

Wir machen das gemeinsam. Keiner von uns beiden drängt sich vor. Wir werden uns, Stand heute, beim Coaching sonntags abwechseln. Wir wollen, dass immer einer von uns beiden die zweite betreut und so auch eine gewisse Disziplin und Taktik bis zur neunzigsten Minute gewährleisten. Wir haben viele Punkte durch Nachlässigkeiten in der zweiten Halbzeit liegen lassen, obwohl der Gegner oft nicht besser war.

Und wie soll das bei der ersten Mannschaft laufen?

Wir werden es sehen. Die Aufstellung besprechen wir vorher gemeinsam und dann macht einer von uns die Kabinenansprache. Auf jeden Fall legen wir neben Disziplin auch auf die Kameradschaft wert und möchten diese stärken.

Das hört sich alles sehr gut an und es bleibt Euch zu wünschen, dass Ihr noch Verstärkungen an Land zieht. Echi, nun noch eine letzte Frage; was ist das sportliche Ziel für die nächste Saison?

Alle Beteiligten wären sicherlich zufrieden, wenn wir das Ergebnis von dieser Saison wiederholen könnten. Punktemäßig wäre das schon mal ok. Allerdings stören uns die vielen Gegentore. Das ist eigentlich das Hauptmanko. Wir versuchen die Defensive zu stabilisieren und uns nach vorne auf dem Niveau zu halten.

Danke für das Gespräch.

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Ümit, schön, dass du dich dem Kabinengelüster stellst. Erzähl uns doch ein bisschen von deiner Person, denn viele kennen dich nur von den Auftritten auf dem Sportplatz. Also wie alt bist du, wo kommst du her? Und warum nennen dich viele Mutu?

Also, ich mach so was eigentlich nicht gerne. Ich bin 26 Jahre alt und bin in Istanbul geboren und wohne aktuell in Dillingen. Als Kind kam ich mit meinen Eltern nach Deutschland und fühle mich auch wohl hier. Mutu rufen mich viele Spieler im Verein wegen des Mutu-Trikots, das ich gerne beim Training trage. Ich fand es übrigens total geil, als ich bei der ersten Mannschaft eingewechselt wurde und meine Kameraden der zweiten mich mit Mutu-Rufen feierten und anfeuerten.

Wie ist dein sportlicher Werdegang?

Also angefangen mit dem Fußballspielen habe ich erst mit 14. Davor war ich Tänzer und habe das auch ziemlich gerne gemacht. Freunde haben mich dann zum VfB Dillingen mitgeschleppt. Dort habe ich dann die B-Jugend gespielt. Danach ging es zur A-Jugend der DJK Dillingen, wo ich dann auch die Anfänge meiner Aktivenzeit spielte. Danch wechselte ich erstmals nach Biringen.

Wie kam denn das?

Echi nahm mich damals zum Probetraining mit und mir hat´s gefallen. Dann ging es nach einer Saison zum SV Niedaltdorf.

Äh sorry, das sind aber viele Vereine mit 26 Jahren..

Es geht ja noch weiter..

Na dann mal los..

Nach Niedaltdorf ging´s nach Düren-Bederdorf. Von da dann zu Stella Sud. Mit Stella wurden wir in dieser Saison auch Meister.

Nicht schlecht. Kürzen wir´s ab, jetzt bist Du in Biringen. Wird es dir nicht langweilig?

Eigentlich nicht, es gefällt mir. Aber es kann sein, dass ich nach der Saison nach Dillingen zur DJK wechsele.

Alles andere wäre für deine Karriere auch untypisch. Was sind denn die Gründe?

Also, vor allem weil Izzi geht, aber es ist noch offen, nicht fix.

Im Training wirst Du von Izzi immer hart kritisiert. Stört dich das nicht?

Doch schon, aber er meint es immer positiv. Er sieht halt mein Potenzial und will mich verbessern. Ich habe mich als einer der wenigen Zweitmannschaftspieler in den Kader der ersten gekämpft. Ich gehe ins Training und gebe Gas, aber es klappt halt nicht immer.

Die Kritik des Trainers an dir ist im Training inzwischen ein running Gag. Was ist deine Lieblings Position?

Oftmals ist die Kritik aber ungerecht. Ich finde das natürlich nicht so toll. Am liebsten spiele ich offensiv hinter den Spitzen. Im Training gehe ich gerne in den Sturm und mache Tore. Insgesamt macht es mir sehr viel Spaß hier. Sonst wäre ich nicht immer in jedem Training.

Was ist dein Lieblings Club?

Barca. Die spielen den schönsten Fußball.

Kommen wir zu dem Ümit, den wir etwas weniger kennen. Wie sieht es abseits des Fußballs aus?

Ich habe Informatik gelernt und habe jahrelang bei einer PC-Firma gearbeitet. Danach habe ich mein Geld mit Handys verdient. Zur Zeit suche ich einen neuen Job. Ich bin da relativ offen. Alles rund um PC´s würde mir Spaß machen.

Wir drücken die Daumen, dass es klappt! Danke für das Interview, Ümit. Adieu.

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24. Februar 2012

Andreas Blazy, unser neuer Trainer der nächsten Saison im Kabinengeflüster.
Andreas Blazy, 30 Jahre, übernimmt ab der neuen Saison das Traineramt gemeinschaftlich mit Ehmed Devud.

Andreas, sag doch bitte kurz was zu deiner Person, denn viele im Verein sind sicherlich gespannt, dich etwas näher kennenzulernen.
Also ich bin 30 Jahre alt, komme aus Saarbrücken und wohne nun mit meiner Lebensgefährtin und Hund in Mondorf. Ich bin Heilpraktiker und habe auch meine Praxis in Mondorf. Davor war ich acht Jahre Zeitsoldat in Merzig in der Kaserne „Auf der Ell“.

D.h. der Beruf hat dich in die Merziger Gegend gebracht. Vom Soldat zum Heilpraktiker – das ist ja nicht unbedingt sehr naheliegend..
Eigentlich bin ich gelernter Schreiner. Ich habe mich während der achtjährigen Bundeswehr-Zeit stets fortgebildet und auch den Bereich kennengelernt und mir weitere Qualifikationen wie Physiotherapie oder Chiropraktik erworben.

Und wie muss man sich das dann vorstellen? Wer sind deine Patienten? Wo liegen deine Kompetenzen?
Meine Patienten definieren sich über alle Altersklassen; junge Sportler genauso wie beispielsweise Rentner. Ich wende homöopathische Behandlungsmethoden an. Chiropraktik, Bioresonanztherapie oder Akupunktur sind weitere Schwerpunkte.
Respekt, sehr interessant – und den Trainerschein hast du auch noch in der Tasche.
Ja, den Trainerschein für Breitensport, sprich C-Lizenz für Ballsportarten. Mir ist das aber alles nicht in den Schoß gefallen, dahinter steckt der Wille weiter voranzukommen. Meine Maxime ist, jeder kann seine Ziele erreichen, wenn er denn will.

Dann können sich Spieler und Verein ja auf die kommende Spielzeit freuen. Was sind denn hier deine Ziele?
Ich denke, hier spreche ich auch für Echi, unser vorrangiges Ziel sollte sein, ein gutes homogenes Team zu formen und ein gutes Mannschaftsgefühl zu entwickeln. Basierend auf einer guten Vorbereitung möchten wir eine erste und zweite Mannschaft, die bereit ist zu kämpfen und an einem Strang zu ziehen. Hier sind Disziplin und Mannschaftsgeist wichtige Grundpfeiler. Es sollte jeder bereits sein, dem anderen auf dem Platz zu helfen. Idealerweise ist jeder mit Herz und Spaß dabei. Und wenn man dann erfolgreich ist, ist eh alles etwas leichter.

Allerdings sind die Voraussetzungen alles andere. Es gibt bereits einige Abgänge für die neue Saison, beispielsweise Mehmet Ugur oder Izzettin Ali Khan.
Ja, die Abgänge tun natürlich weh, aber wir versuchen sicherlich noch die ein oder andere Neuverpflichtung zu tätigen. Ich rechne mit der Rückkehr von Paul Schäfer. Der hat eine super Einstellung und tut auch dem Teamgedanken gut. Ich denke auch an Chris Leubner, der eine Verstärkung sein kann oder Frank Kiefer, Matthias Gach, Andy Hubert, Selim und Rene Klose, die jetzt schon neu dazu kommen. Dazu können wir durch geschickte taktische Umstellungen auch einiges bewirken. Allerdings kommt es nicht zu sehr auf den einzelnen an, sondern letztlich ist das Kollektiv gefragt.

Was ist taktisch zu erwarten?
Nun, das wird man zu gegebener Zeit sehen; wie die Mannschaft sich zusammenstellt. Aber meine Vorstellung von Fußball ist, schnell und einfach nach vorne zu spielen. Weniger mit langen Bällen, mehr Kurz- und Doppelpässe und kein hin-und her-Geschiebe.

Nun ist es aber doch ein Unterschied, ob ich eine Mannschaft trainiere oder im Kasernenhof der Bundeswehrkaserne Befehle erteile.
In der Tat, das ist mir bewusst. Ich konnte ja hier beim SV Biringen-Oberesch schon die ein oder andere Erfahrung sammeln. Die letzte Sommervorbereitung hat mich schon etwas negativ überrascht. Man macht mit sehr viel Akribie Trainingsplane und dann kommt keiner. Das war eine Überraschung, dass die Motivation nicht wirklich hoch war. Und das hat mir auch etwas den Wind aus den Segeln geholt. Aber auch das ist eine Herausforderung, der wir uns stellen.

Wie war denn bislang deine fußballerische Karriere?
Begonnen habe ich in der Jugend beim SV Güdingen und wechselte danach zu SF Heidstock. Ich spielte in der Kreisliga A und in der Bezirksliga und öfter um den Aufstieg. Meine Position damals war zumeist rechtes Mittelfeld.

Und wie kommt man dann als „Mondorfer“ zum SV Biringen-Oberesch?
Daran ist Werner Weber, unser Betreuer, „Schuld“. Er war in meiner Praxis und dann spricht man so über Gott und die Welt und natürlich auch über Fußball. Und dann sagte er mir, ich solle einfach mal vorbeikommen.

Nun Trainer! Und mit Ehmed Devud verantwortlich für die erste und zweite Mannschaft. Habt Ihr die Kompetenzen schon geregelt?
Nein und das muss auch nicht streng geregelt werden. Ich denke, dass wir gut harmonieren und situativ entscheiden, wer welche Rolle übernimmt. Es steckt noch großes Potenzial in der Mannschaft, alle sind mit Leidenschaft dabei und haben auch ein Mannschaftsgefühl. Manchmal sind es auch nur Kleinigkeiten, die fehlen. Für die beiden Mannschaften sollte es von Vorteil sein, nun zwei Ansprechpartner zu haben. Einer von uns beiden kann auch konsequent sonntags die zweite Mannschaft coachen.

Abschließende Frage: Was sind die Erwartungen für die Rückrunde?
Ich gehe von einem Platz sieben, acht oder neun aus. Wir haben keinen Druck und ich hoffe, wir können auch mal den ambitionierten Verein aus dem vorderen Drittel den ein oder anderen Punkt wegnehmen. Ich bin recht zuversichtlich.

Vielen Dank 

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24. Dezember 2011

Die Weihnachtszeit ist eine geruhsame und besinnliche Zeit. Zeit, um unseren Trainer, Izzettin Ali Khan, zu Wort kommen zu lassen. Abseits von Trainingsplanung und Spielen lässt er das Spieljahr Revue passieren. Er blickt auf eine recht ordentliche Hinrunde zurück und eröffnet uns die Hintergründe für seinen Abschied nach drei Jahren Trainertätigkeit beim SV Biringen-Oberesch.

Izzi, das Jahr konnte mit zwei Siegen gegen Niedaltdorf und Schwemlingen-Ballern abgeschlossen werden. Wie fällt dein Fazit nach der Hinrunde und den beiden vorgezogenen Rückrundenspielen aus?
Nun ja, die zwei Siege sind natürlich ein sehr versöhnlicher Jahresabschluss. Doch ich bin mit der Runde bisher nicht so ganz zufrieden. Wir hatten eine lange Durststrecke mit einigen Niederlagen und vor allem die Derby-Niederlagen gegen Mondorf und Gerlfangen schmerzten sehr.

Irgendwie entstand der Eindruck, dass Du eine rauere Tonart und eine etwas härtere Kritik gegenüber deinen Spielern wähltest.
Ja, das ist richtig. Der SV Biringen-Oberesch ist so erfolgreich wie nie zuvor in die Saison gestartet! Nach acht Spieltagen ohne Niederlage rangierten wir auf dem ersten Tabellenplatz. Und das nachdem die Vorbereitung alles andere als rund lief. Ich erinnere nur an die peinlichen Auftritte beim Amtspokal. Weiter hatten wir einige Abgänge zu verzeichnen. Das heißt, die Voraussetzungen waren zunächst ziemlich bescheiden. Dann rauften wir uns zusammen und es kamen mit Ismail und Thomas Bedersdorfer noch zwei Verstärkungen. Dann ging´s richtig los. Mit der Niederlage im Derby gegen Gerlfangen fing dann allerdings unsere Talfahrt an. Einige, vor allem auch die arrivierten Kräfte, haben da enttäuscht. Sie dachten, ok, wir spielen mal Hacke, Spitze usw. und dann kam der Holzhammer! Von da an war der Wurm drin und wir konnten kein Spiel mehr gewinnen.

Aber die Gegner waren ungleich stärker.
Sicher, aber wenn unsere Mannschaft komplett ist, hat es jede Mannschaft der Liga schwer, uns zu schlagen. Auch Ausfälle können wir inzwischen verkraften. So fehlte zuletzt unser Kapitän Christoph Dickmann länger und die Mannschaft hat das kompensiert. Oder Chris vorne im Angriff, Paul unser Innenverteidiger. Ich konnte diese über Wochen gar nicht einsetzen. Aber wir haben das innerhalb unseres Kaders sehr gut kompensieren können und zeitweise mit Chris Schneider, Thomas Rosche oder Toni und Ümit eine sensationelle Bank. Aber, um wieder auf die Ausgangsfrage zurück zu kommen, wir haben es nicht geschafft mal eine vermeintlich stärkere Mannschaft zu schlagen. Wir hatten Mondorf praktisch im Sack, aber dann gewinnen die das Spiel. Da entsteht Frust. Ich weiß, was die Mannschaft leisten kann und dann gibt’s von mir dann auch schon mal die ein oder andere härtere Kritik.

Im Training hast du die Zügel auch angezogen.
Der ein oder andere musste mal wieder von seinem hohen Ross runter und etwas Schweiß lassen. Ich sehe das Potenzial und möchte das aus jedem rauskitzeln, denn Misserfolg bringt Frust, Erfolg bringt Spaß. Ich möchte Spaß.

Die härtere Gangart hat nicht jedem gefallen.
Wir spielen doch Fußball, weil´s unser Hobby ist, aber wir sind keine Thekenmannschaft. Wir vertreten die grün-weißen Farben des SV Biringen-Oberesch. Das ist, auch wenn es sich theatralisch anhört auch eine Art Ehre und Verpflichtung. Generationen vor uns haben das mit Spaß und Leidenschaft getan und ich als Trainer möchte vorangehen und die Mannschaften auch in diese Richtung bringen. Und wenn ich das Gefühl habe, dass einige hier Larifari machen, gehe ich dazwischen. Aber es soll hier kein falscher Eindruck entstehen. Wir sind ein kleiner Verein mit vielen Trainingsteilnehmern und die Leute kämen nicht ins Training, wenn hier "Befehl und Gehorsam" wäre.

Aber Medizinbälle, Gewichte, Hürden stehen eher für Felix Magath..
Die Grundvoraussetzung für einen Fußballspieler ist nun mal Fitness. Die stelle ich her indem wir auch mal die körperliche Ertüchtigung in den Vordergrund rücken. Auch versuche ich Übungen zu integrieren, bei denen Spieler nicht nur draufhauen sollen, sondern intelligent eine Spielsituation lösen müssen. Ich denke die Kombination aus verschiedenen Trainingselementen ist ideal. Nur Torschussübungen und Spielchen bringen uns nicht weiter. Und ein noch: viele Spieler finden das Training gut.

Du scheust Dich auch nicht, deine Top-Spieler zu kritisieren.
Es geht hier immer ums Sportliche. Ich bin doch der erste, der einen Thomas Bedersdorfer lobt. Aber wenn ich das Gefühl habe, was zu sagen, zu verbessern, mache ich das. Ich bin Trainer. Ich habe kein Problem damit auch mal Wolfgang oder Christoph auf die Bank zu setzen, wenn ich das für richtig halte. Oder Mehmet oder Andreas mal zurechtzuweisen. Aber ich möchte das Beste für die Mannschaft, für den Verein. Und ich komme mit allen gut klar, weil jeder weiß, woran er bei mir ist.

Wer waren die Spieler der Hinrunde?
Christoph Schneider, der am Anfang überraschend den Sprung von der zweiten in die erste Mannschaft schaffte. Oliver Muller, er ist wie ein Uhrwerk. Er bringt immer seine Leistung, ist topfit und versucht sich stets zu verbessern. Er kann viele Positionen spielen und hilft den anderen. Andreas Blazy möchte ich auch nennen. Er ist ein absoluter Führungsspieler und Vorbild für die Mannschaft, auf ihn ist hundert Prozent Verlass. Ebenso Thomas Bedersdorfer, er ist ein richtiger Fighter. Auf Thomas Rosche ist auch immer Verlass, er spielte verletzungsbedingt weniger. Er hilft mir sehr von Außen, er gibt mir oft wichtige Hinweise. Ich nehme das dankend auf, auch wenn ich das nicht immer gleich sage.

Du zählst viele ältere Spieler auf. In der Bundesliga oder Nationalmannschaft ist es trendy auf junge Spieler zu setzten.
Leider drängt sich niemand aus der A-Jugend auf. Ich halte es hier wie Otto Rehagel, dessen Leitspruch es war. Es gibt keine jungen oder alten Spieler, nur gute oder schlechte. Klar bekommen die jüngeren eine Chance und werden auch immer wieder eingebaut. Aber wenn ich sehe, dass jemand besser ist, spielt der. Mal ein Beispiel. Matthias Gach, ein richtig guter Kicker. Zwei wirklich guten Spielen folgte in Ballern ein richtig schlechtes. Dann geht er halt mal raus. Aber das ist von Spiel zu Spiel offen. Gegen Niedaltdorf zum Beispiel lagen wir mit null zu zwei im Heimspiel hinten, die Zuschauer fingen an zu murren. Da haben Oli Muller und Wolfgang aufgedreht und die Mannschaft mitgezogen. Am Ende stand´s fünf zwei für uns. Viele junge Spieler sind im Training schon sehr gut, aber sie bringen sonntags nicht immer die PS auf die Straße. In Situationen, wenn es eng wird, gehen dann doch die älteren voran. Ich sage es mal so. Wenn jemand den Platz von Oli Muller oder einem Thomas Bedersdorfer haben möchte, braucht er gute oder sehr gute Argumente. Aber wir sind letztlich ein Team und eine richtig gute Gemeinschaft. Wir gewinnen und verlieren zusammen, ob alt oder jung.

Mit welchen Erwartungen blickst du auf die Rückrunde?
Absolut positiv. Wir werden uns gut präparieren. Aber der Überraschungseffekt ist weg. Die Gegner wissen, was auf sie zukommt, wenn sie gegen uns spielen. Sie werden in der Rückrunde allerdings gute Antworten gegen uns parat haben müssen, denn wir möchten nicht zweimal in der Saison gegen eine Mannschaft verlieren. Insgesamt soll nicht der Eindruck entstehen, dass es bei uns nicht rund läuft. Im Gegenteil, wir haben im Verein, mit dem neuen Vorstand, der Außendarstellung, der professionellen Internetpräsenz viel positive Energie und einfach Top-Voraussetzungen. Wir müssen uns auf die Spiele fokussieren und eine gute Vorbereitung hinlegen.

Gibt es Zu- oder Abgänge?
Wir müssen auf Paul Schäfer verzichten, der als Soldat nach Mazar-e-Sharif ging. Auf diesem Wege, falls er das liest, viele Grüße Paul! Er ist eine richtige Kante im Spiel und wird uns auf jeden Fall fehlen. Aber wir konnten bereits zwei Neuzugänge verpflichten.

Und die wären?
René Klose und Frank Kiefer. Die können beide Stammspieler werden. René ist eine absolute Granate. Schnell, durchsetzungsstark und mit einem guten Schuss ausgestattet. Wenn er bescheiden auftritt, sich in die Mannschaft integriert und die Ruhe bewahrt, wenn es mal nicht läuft, macht er zehn Tore. Frank Kiefer ist pfeilschnell und hat im Training bereits angedeutet, was er kann. Ich kann ihn mir gut auf der rechten Außenbahn vorstellen. Aber sie sollen erstmal spielen, dann sehen wir weiter. Wir versuchen gerade noch den ein oder anderen an Land zu ziehen. Biringen ist für viele Spieler nun wesentlich attraktiver.

Ach ja?
Ja, viele informieren sich über den Verein. Die Präsentation im Internet ist schon eine gute Visitenkarte für uns. Auch hat sich inzwischen rumgesprochen, dass wir durchaus auch guten Fußball anbieten und es nicht nur „Hauruck“ gibt. Dazu gibt es eine gute Durchlässigkeit zwischen erster und zweiter Mannschaft. Es ist für Neuzugänge relativ leicht, in die erste Mannschaft zu kommen, weil es keine Platzhirsche oder Grüppchen gibt. Das sind Dinge, die kann der Verein in die Waagschale werfen. Andere Vereine versprechen das, wir machen es.

Viele Spieler sind schon gespannt. Wann geht die Vorbereitung los? Was hast du vor?
Wir starten am Freitag, 19. Januar 2012. Wir machen Testspiele – eins gegen Hemmersdorf II steht schon – und gehen in die Halle..

Wieder Soccer Arena Völklingen?
Ja wahrscheinlich. Ich weiß, dass einige stöhnen „oje nach Völklingen fahren“. Denjenigen kann ich nur sagen, dass sie sich auf dem Weg dahin mal an Mark Großmann oder Ismail, der nach Wehrden gezogen ist, erinnern sollen. Die fahren die Strecke immer – und das gerne.

Es wird deine letzte Vorbereitung für den SV Biringen-Oberesch sein.
Du gehst ja zum VfB Dillingen..
Ähm nee. Das stimmt so nicht.

Oder doch SV Eimersdorf?
Nein nein. Da ist nichts dran. Die haben eine gute Mannschaft mit sehr guten Spielern beisammen.

Aber VfB Dillingen..?..
Ja das wäre eine Option als Spieler, aber dreimal Training die Woche ist sehr ambitioniert und ich möchte ja eigentlich kürzer treten.

Oder Spielertrainer?
Ich mache das nur bei entsprechender Perspektive. Ich möchte nicht um Platz neun oder acht spielen. Ich habe einige Anfragen, aber mich nicht entschieden. Es kann auch sein, dass ich gar nichts mache.

Dann kannst Du ja nächste Saison dem SV Biringen-Oberesch ab und zu als Spieler aushelfen..
Ich denke, ich lasse mal die ganze Sache auf mich zukommen. Ich höre mir alles an. Ich habe keinen Druck. Ich habe zwei Töchter, nächstes Jahr bekommen wir Zwillinge. Da habe ich wahrscheinlich gar nicht mehr viel Zeit.

Hat sich seit der Bekanntgabe, dass Du aufhörst etwas verändert?
Gar nicht. Das haben alle akzeptiert und war auch kein großes Thema. Ich habe das Training angezogen und bin sehr ehrgeizig und möchte erfolgreich zu sein. Aber ansonsten hat sich für mich und auch das Umfeld nicht geändert. Und das ist gut so.

Mit Ehmet Devud und Andreas Blazy folgt Dir ein Trainerteam. Was hältst Du von der Lösung?
Ich habe dem Verein diese Lösung auch empfohlen und kann zu dieser Entscheidung nur gratulieren. Diese beiden ergänzen sich meiner Meinung nach hervorragend. Sie sind im Spielerkreis und im Umfeld absolut anerkannt und absolut seriöse Spieler. Ehmet ist der bessere Fußballer, kann die Spieler technisch und vom Spielverständnis her voranbringen. Er kennt viele Leute und wird sicherlich für den einen oder anderen Neuzugang sorgen. Andreas hat den Trainerschein, ist auch durch seinen Beruf in Sachen Sportmedizin Leistungsdiagnostik und Trainingslehre sehr kompetent. Er ist gut trainiert und Vorbild in Sachen Fitness. Wenn beide ihre Stärken gemeinsam einbringen und ein gutes Miteinander hinbekommen, verspricht die Kombination eine positive Zukunft. Andreas hat mich ja bereits jetzt sehr gut im Training unterstützt und mir gute Tipps geben können. Er hat ja auch für neue Spieler gesorgt. Ich denke da an Paul, Johannes, Chris und Karsten. Wie gesagt, ich finde die Lösung gut.

Mit welchem Gefühl fiel die Entscheidung zu gehen?
Ich hänge nach drei Jahren an den Leuten, vor allem sind mir die beiden Werner´s wichtig, die mir beim coachen viel helfen und mir Tipps geben. Aber ich kann mit einem guten Gefühl gehen, da ich die Mannschaften in einem Top-Zustand hinterlassen werde. Die Kader sind gut bestückt; wir haben für die zweite allein 17 Spieler. Vor drei Jahren mussten oft drei, vier Spieler der ersten noch bei der zweiten aushelfen. Das ist jetzt anders, das ist jetzt besser. Und wir haben ein besseres Niveau in beiden Teams.

Was hat dich noch gefreut?
Ich finde es schön, dass wir wieder unsere Fans und Zuschauer erfreuen. Es kommen wieder vereinzelt Leute, die lange nicht da waren. Es ist ein super Gefühl, wenn du in Ballern auswärts aufläufst und dann durch die vielen Biringer am Rand Heimspielatmosphäre herrscht.

Weihnachten steht vor der Tür. Was wünschst Du Dir?
Natürlich, dass die Zwillinge gesund auf die Welt kommen und insgesamt weniger Stress.
Für alle Spieler, Trainerteam, Vorstand, Gönner und Fans alles Gute zu Weihnachten und ein gutes neues Jahr!

Danke Izzi!!!

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07. Dezember 2011

Marc Großmann (28), ist seit 5 Jahren im Verein und ist sicher einer derjenigen mit der weitesten Anfahrt nach Biringen. Jeden Dienstag und Freitag nimmt er die Fahrstrecke von Wehrden (bei Völklingen) nach Biringen in Kauf um seiner Leidenschaft dem Fußballspielen nachzukommen. Hinzu kommen die sonntäglichen Fahrten zu unseren Spielen.
Leider ist Marc seit zwei Jahren stark von Verletzungen gebeutelt. Dennoch war er auch in dieser Zeit immer bei den Spielen der ersten und zweiten Mannschaft dabei. Er verkörpert absolute Identifikation zum Verein. Respekt.

Hallo Marc, die erste Frage kann nur lauten: was macht dein Knie?
Danke der Nachfrage, irgendwie begleitet mich diese Frage seit zwei Jahren, als ich mich sehr schwer am Knie verletzte. Leider bin ich seitdem kaum schmerzfrei. Immer wieder gibt’s Probleme und ich quäle mich doch sehr, um Fußball zu spielen.

Wie verlief die Rekonvaleszenz Phase?
Sehr schwierig insgesamt. Eine Kreuzbandverletzung bedeutete früher oftmals das Aus in Sachen sportlichen Aktivitäten. Inzwischen sind die Mediziner soweit durch schonende Behandlungsmethoden eine vollständige Wiederherstellung der Funktionen zu erreichen. Das war auch meine Motivation als ich mich zur OP entschied. Wichtig war mir zu einem Spezialisten in Sachen Knie zu gehen und mit Dr. Trennheuser habe ich eine wirklich gute Wahl getroffen. Die Betreuung und Behandlung verlief wirklich sehr gut. Entscheidend ist dann die Rehabilitation mit Physiotherapie, Kraft- und Koordinationstraining. Aber insgesamt war es eine brutal harte Zeit.

Wegen der vielen Arzt- und Physiotermine?
Nein, eher durch die Handicaps, die man nach einer OP hat. Wenn man ein Bein gar nicht belasten darf und man ständig Krücken zur Fortbewegung braucht, gestaltet sich vor allem der Alltag als echte Herausforderung. In dieser Zeit hatte ich in meiner Wohnung Getränke und wichtige Utensilien so verteilt, dass ich stets guten Zugriff hatte. Mal auch der Küche eine Flasche Wasser in Wohnzimmer tragen – das funktioniert nicht so einfach. Das nur mal als kleines Beispiel. Aber letztlich motivieren einen die kleinen Fortschritte in der Reha.

Wie hast du dich motiviert?
Ich wollte einfach wieder zurückkommen. Wieder Fußballspielen. Riesig gefreut hat mich die Genesungskarte der ersten und zweiten Mannschaft, das motiviert total! Insgesamt freuten mich auch die aufmunternden Worte jedes einzelnen.

Wie geht’s jetzt weiter?
Ich habe in Kürze wieder einen Termin zur MRT Kernspinnuntersuchung und bin im neuen Jahr bei einem Spezialisten bzgl. des gesamten Bewegungsapparates. Hier werden eventuelle Fehler im koordinativen Bereich untersucht.

Anderes Thema. Du kommst aus Wehrden immer nach Biringen gefahren.
Ja. Und das mach ich gerne. In Wehrden habe ich in er Jugend gespielt un..d der Reiz in der Heimat zu spielen ist immer da, vor allem seitdem hier ein schöner Kunstrasenplatz installiert wurde. Aber keine Angst, so lange es mir Spaß macht und viele gute Kumpels dabei sind, bleibe ich hier.

Wer ist für dich wichtig?
Eigentlich der alte Kern der Truppe, der auch schon unter der Ägide von Markus Weidig trainiert hat. Also Thomas Rosche, Christoph Dickmann, Oliver Muller, Wolfgang Folz oder Christoph Schneider – um nur einige zu nennen.

Wie entscheidend ist der Trainer für Dich?
Er spielt natürlich eine zentrale Rolle. Er ist ja nicht nur fürs Training verantwortlich, sondern auch für die Stimmung in den Mannschaften und somit im ganzen Verein. Izzettin macht diesbezüglich seine Sache sehr gut. Wir haben einen sehr guten Draht zueinander und ich fühle mich bei ihm voll akzeptiert.

Dann tut Dir der Trainerwechsel bestimmt weh.
Ja, ich finde es schade, dass es nicht gelungen ist, mit Izzy zu verlängern. Ich kenne die Gründe nicht, ist auch nicht mein Thema. Ich kann nur hoffen, dass eine adäquate Lösung gefunden wird.

Du bist ja Kapitän und Wortführer der zweiten Mannschaft. Die Ergebnisse und Platzierungen sind ja eher mau. Was ist los innerhalb der Mannschaft? Denn vom Kader und den Einzelspielern seid ihr ja recht gut bestückt. Gibt es Probleme?
Ich denke vor allem zu Beginn der Saison hatten wir Probleme uns als Mannschaft zu finden. Jeder hat versucht gut auszusehen und dabei den Mannschaftserfolg vergessen. Weiter fehlte bei einigen die nötige Disziplin, was sich in vielen gelben und roten Karten und vor allem Gegentoren widerspiegelte. Inzwischen haben wir uns gefunden und einige übernehmen inzwischen Verantwortung auf dem Platz. Das wir uns verbessern zeigen die letzten Spiele gegen Merzig-Mondorf oder der klare Sieg gegen Niedaltdorf. Letztlich helfen Erfolge bei der Entwicklung des Teamgeistes. Auch positiv sehe ich die Entwicklung Trainingsteilnahme der Zweitmannschaftsspieler.

Dennoch ist nicht alles rosarot.
Das möchte ich auch nicht bestreiten. Unser Kernproblem ist doch die zweite Halbzeit, wenn der Trainer das Coaching der ersten Mannschaft übernimmt, der ein oder andere Spieler-Wechsel vollzogen wird und so langsam die Kondition schwindet. Wir verhalten uns oft nicht clever genug. Hier könnte ein Teambetreuer, der sich ausschließlich um die zweite Mannschaft kümmert helfen.

Der Vorstand wird dieses Interview sicherlich lesen und hier vielleicht reagieren. Marc, was ist deine Lieblingsposition?
Als Linksfuß spielte ich zunächst immer im linken Mittelfeld. Ich kam auch im zentralen offensiven Mittelfeld zum Einsatz, was mir viel Spaß machte. Inzwischen ist meine Lieblingsposition Libero.

Mal etwas detaillierter zu Deiner Person. Bitte um kurzes Statement zu den nächsten Fragen:
Lieblingsmusik?
HipHop und RnB.

Was war dein letzter Kinofilm?

Die etwas anderen Cops und From Paris with Love. Ich mag Action und Komödien.

Ich bin Fan von..
Borussia Dortmund und international von Arsenal London. Ich gucke mir auch gerne Spiele von Real und Barca an. Natürlich fiebere ich auch mit dem 1. FC Saarbrücken mit. Ich kann die Leute aus unserer Mannschaft nicht verstehen, die dem FCK die Daumen drücken. Als echter Saarländer geht das gar nicht. Ich kann die Pfälzer jedenfalls nicht leiden.

Wo findet man dich am Wochenende?
In Saarbrücken oder in der Saarlouiser Altstadt. In meiner Freizeit auch im Fitnessstudio.

Was ist dein Lieblingsauto?
Ich fahre aktuell einen BMW 335 Coupé. Schön wären der BMW M6 oder der Porsche GT.

Was fehlt nie in deinem Kühlschrank?
Hähnchenfleisch. Ich liebe Pizza und weißes Fleisch.

Was machst Du beruflich?
Ich arbeite als Kaufmann im Umschlagslager der Fordwerke Saarlouis. Wir sind eine Firma, die rund um die Uhr arbeitet und sehr viele ausländische Kunden hat.

Das heißt, Du musst permanent Englisch reden?
Naja ganz so schlimm ist es nicht, wir haben schließlich auch nationale Kontakte, beispielsweise nach Köln zur Dispo der Fordwerke, aber klar, wenn man mit Indien, Brasilien oder Türkei zu tun hat, läuft alles in Englisch und viel per Mail.

Gibt es da Unterschiede in den Mentalitäten?
Es ist mit allen ein sehr gutes Auskommen möglich. Am schwierigsten sind die Franzosen mit ihrer eigenwilligen Art dringende Informationen auch mal warten zu lassen, vor allem dann, wenn es um die Mittagspausenzeit ist. Am meisten Spaß macht die Zusammenarbeit mit den Kölner Kollegen. Da spürt man deren Frohnatur sehr. Montags morgens wird über Fußball diskutiert und da gibt es schon mal den ein oder anderen Spruch.

Hast Du so eine Art Lebensmotto?
Was heißt Lebensmotto? Ich würde sagen: aufrappeln und immer weitermachen

Marc, danke für die Einblicke. 

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18. November 2011

Ernst Rosche, seit 30 Jahren im Verein und 22 Jahre aktiver Schiedsrichter, stand uns zum Kabinengeflüster zur Verfügung. Aufgrund seiner langen Zugehörigkeit im Verein und der entsprechenden Erfahrung kann er die aktuelle Lage sehr gut beurteilen. In seinen Ausführungen sprach Ernst Rosche Klartext.

SV: Erste Frage; Niederlage gegen Merzig-Mondorf schon verdaut?
ER: Ja eigentlich schon. Unsere Chancenverwertung ist nicht gut. Es wird zu viel abgespielt vorm Sechzehner, da fehlt einer, der mal draufhält. Insgesamt fehlt der Mannschaft etwas das Glück. Glück, das wir am Anfang der Saison hatten. Wir haben Merzig-Mondorf eigentlich beherrscht und klargemacht, dass wir den Lokalkampf annehmen, aber naja..

SV: Du bist seit 22 Jahren aktiver Schiedsrichter. Wie kam es eigentlich dazu?
ER: Das ist eine sehr amüsante Geschichte. Damals gab es eine interessante Szene in unserer Kabine. Bernd Stass war unser Trainer und im Gespräch mit dem Schiri sagte dieser zu, einen Elfer zu pfeifen, wenn Bernd Stass im Sechzehner fällt. Ich empfand das damals als eine große Ungerechtigkeit und konnte es eigentlich erst gar nicht glauben, dass es eine solche Absprache geben kann. Bei mir fiel sofort die Entscheidung, ich werde Schiri und trete für einen sauberen Sport ein und pfeife unparteiisch.

SV: Wie meinst Du das?
ER: Wenn ich auf den Platz gehe, dann pfeife ich Blau gegen Rot, dann interessiert mich weder die Spielklasse, noch die Spieler oder das Drumherum. Ich konzentriere mich auf die Spielleitung. Punkt.

SV: Gibt es eigentlich den oft besagten „Heimschiedsrichter“?
ER: Ja den gibt es in der Tat, nicht offensichtlich, aber unterschwellig.. Das hat mit der Drucksituation zu tun, mit der viele nicht richtig umgehen können. Natürlich ist das auch Erfahrung und Souveränität, die man benötigt, um dem Druck standzuhalten.

SV: Druck? In der Amateurliga? Wie muss man sich das vorstellen?
ER: Wenn beispielsweise ein junger Schiedsrichter pfeift und durch Zuschauer und Funktionäre stark kritisiert wird, nimmt er das wahr und wird leicht unsicher. Oftmals ist doch der Schiri bei einer Niederlage schuld, weil es einfach ist, so von eigenen Fehlern abzulenken. Ich versuche, wie gesagt, diese Dinge auszublenden und möglichst mein Spiel und meine Linie durchzubringen und unparteiisch Entscheidungen zu fällen.

SV: In welcher Klasse pfeifst Du?
ER: Erste Mannschaften A-Klasse, A-Jugend Bezirksliga. Ich habe sehr viel als Linienrichter in der Oberliga gelernt.

SV: Sehr interessant. Der SV Biringen-Oberesch hat drei aktive Schiedsrichter.
ER: Maik Beckinger, Stefan Jost und ich. Dann haben wir noch mit Helmut Weidig und Wolfgang Pohl zwei inaktive, die viele Jahre für den Verein aktiv waren. Respekt!

SV: Warum gibt es so wenig Schiedsrichter?
ER: Wir sind als kleiner Verein ja noch gut aufgestellt, aber es ist richtig, es fehlt insgesamt an Nachwuchs im Schiedrichterbereich.

SV: Woran liegt das?
ER: Es ist einfach ungerecht, wie mit den Schiedsrichtern umgegangen wird. Gerade am Anfang ihrer Karriere, wenn sie erste Erfahrungen im Jugendbereich sammeln. Da spielen dann fünf oder sechsjährige Knirpse gegeneinander und die Eltern am Rand drehen durch. Die Schiedsrichter bekommen dann ihr Fett weg und werden teilweise grausam beschimpft. Da fragt man sich als junger Schiedsrichter, warum soll ich mir das antun? Nur am Rande, das ist Hobby und man macht das zum Spaß, um Bewegung zu haben.

SV: Aber die Schiris werden doch bezahlt.
ER: Das ist eine Aufwandsentschädigung für die Fahrerei. Mal abgesehen von oberen Ligen ist das in dem Bereich über den wir gerade reden Freizeitbeschäftigung, das hat mit einem Nebenjob überhaupt nichts zu tun. Das sollte man wissen!

SV: Anderes Thema, Du bist rund 30 Jahre im Verein. Wie kamst Du zum SV Biringen-Oberesch?
ER: Eigentlich durch Nachbarn, die mich mal mit zum Familienabend schleppten und die Gemeinschaft, die ich erlebte. Natürlich auch durch die AH damals. Das hat sehr viel Spaß gemacht.

SV In einer so langen Zeit erlebt man Höhen und Tiefen. Uns interessiert, was Deine schwierigste Phase war und die schönste Zeit.
ER: Die schwierigste Phase war die Zeit als ich erster Vorsitzender wurde und es dann im Vorstand Querelen gab und ich teilweise alleine stand. Das war nicht schön und keine gute Zeit.

SV: Lieber spricht man da doch über die guten Zeiten..
ER: Das war ganz klar die Meisterschaftssaison 98/99. Da war eine Euphorie im und um den Verein. Wir hatten gigantische Zuschauerzuspruch, eine tolle Mannschaft, einen tollen Trainer. Es hat alles gepasst.

SV: Im Erfolg macht man gerne die größten Fehler.
ER: Ja vielleicht. Im Erfolg hat man auch die meisten Schulterklopfer. Ein Fehler war nach der Saison die Entscheidung mit Trainer, Carlo LaMonica. Da habe ich nicht genau hingeschaut, aber das ist Schnee von gestern. Sprechen wir über was anderes.

SV: Gerne. Kommen wir zum aktuellen Vorstand. Du bist zweiter Vorsitzender. Wie beurteilst Du die Arbeit des Vorstands?
ER: Recht positiv. Wir haben ein neues Team mit viel Ehrgeiz. Unser vordringlichstes Ziel ist es, Voraussetzungen für sportlichen Erfolg zu schaffen. Und hier arbeiten wir mit Hochdruck dran.

SV: Interessant und wie?
ER: Wir möchten hier eine positive Kultur schaffen, ein gutes Umfeld bieten. Vor allem geht es mir darum, die Einnahme Situation zu verbessern. Um eins klarzustellen: Unser Verein ist gesund, da gibt es keine finanziellen Probleme, aber es ist klar, dass wir hier selbstverständlich nur solide wirtschaften wollen. Will heißen, wir geben nur das aus, was das Budget hergibt. Spielereien und Vorgriffe auf eventuelle Einnahmen wird es bei uns nicht geben! Diesen Gegebenheiten haben sich allen zu stellen. Wir forcieren gerade Gespräche mit neuen Sponsoren und können auch hier erste Erfolge vermelden. Die Fa. Laux und Meuries sowie Herr Hein hier aus Biringen werden sich in Zukunft bei uns engagieren. Darüber hinaus möchten wir Aktivitäten wie Sportfeste oder Kirmes effizienter gestalten und die Einnahmen erhöhen. Die Vergangenheit zeigt, was hier möglich ist.

SV: Zum Sportlichen. Wie beurteilst Du hier die Lage?
ER: Mit der ersten Mannschaft und Platz acht bin ich zufrieden. Die zweite kann mehr.

SV: Vorletzter! Das ist ernüchternd, wenn man den Spielerkader sieht.
ER: Das ist letztlich Sache des Trainers. Ich denke Niederlagen erzeugen viel Frust bei dem ein oder anderen und dies hat dann Disziplinlosigkeit zur Folge.

SV: Nach drei Jahren verlässt Trainer Izzettin Ali Khan die Kommandobrücke des SV Biringen-Oberesch zum Saisonende. Überrascht?
ER: Überrascht nicht, eher etwas traurig. Der Trainer hat hier in den drei Jahren einen guten Job gemacht. Er geht aus privaten Gründen und das kann ich nachvollziehen.

SV: Masterfrage: Wer wir neuer Trainer?
ER: Kein Kommentar. Wir stehen aktuell in Verhandlungen. Wir haben eine Idee im Kopf, aber es ist nichts spruchreif. Wir haben ein klares Konzept und ein Budget. Die Rahmenbedingungen sind zu akzeptieren.

SV: Wie sieht´s mit dem Kader für die neue Saison aus?
ER:. Bei uns im Vorstand hat jeder seine Aufgabe. Das ist der Zuständigkeitsbereich von Toni Trovato. Ich denke, dass der zweite Schritt nicht vor dem ersten, sprich Trainerverpflichtung, gemacht wird. Sicher spricht Toni bereits mit dem ein oder anderen.

SV: Als kleiner Verein wird es im Umfeld von großen Spielgemeinschaften sicherlich auch künftig nicht einfach sich zu positionieren und zwei Mannschaften aufzustellen.
ER: Ja klar, aber wir haben uns in der Vergangenheit gegen eine Spielgemeinschaft entschieden und versuchen unseren Weg alleine zu gehen. Bisher ganz ordentlich. Natürlich ist es dann sportlich eine Herausforderung gegen Spielgemeinschaften wie Merzig-Besseringen gegenüberzutreten. Aber das kann auch seinen Reiz haben. Negatives Beispiel ist Fremersdorf in der Spielgemeinschaft mit Rehlingen. Der Verein Fremersdorf wird nicht wirklich wahrgenommen. Also klares Nein zu einer Fusion oder ähnlichem.

SV: Es gibt immer mal wieder Gerüchte eine AH wieder aufleben zu lassen.
ER: Da ist überhaupt nichts dran.

SV: Das klingt aber ziemlich desillusioniert und eher pessimistisch.
ER: Realistisch! Glaubt es mir, das funktioniert nicht. Ich brauche Minimum einen Kader von zwanzig Mann. Und die sehe ich nicht!

SV: Was macht der Lauftreff?
ER: Gute Frage! Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Also nicht viel. Das ist so eine Initiative wie damals die Tanzgruppe. Da fangen ein paar Leute was an, aber irgendwann verliert man ein bisschen die Lust und schon schläft was ein. Gelaufen wird immer noch mittwochs; Didier Petry hat hier das Zepter in der Hand und wir haben ja am 10. Dezember den Adventslauf.

SV: Letzte Frage: Wo landet der SV Biringen-Oberesch am Ende der Saison und wer wird Meister?
ER: Wir erreichen einen einstelligen Tabellenplatz. Mein Meistertipp ist Britten-Hausbach.

SV: Danke für das Gespräch.

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11. November 2011

Nachdem Trainer und Vorstand im Kabinengefüster zu Wort kamen, stellte sich nun erstmals ein Spieler den Fragen der Redaktion. Lukas Banasch (LB) ist seit sechs Jahren beim SV Biringen-Oberesch. Er gilt nicht unbedingt als „Lautsprecher“ im Team, gewährt uns ein paar persönliche Einblicke.

SV: Lukas, herzlichen Dank, dass Du Dich zum Interview zur Verfügung stellst. Du bist ja wahrlich ein eher ruhiger Zeitgenosse. Aber das ist auch einer der Gründe, warum Du der erste Spieler im Gespräch bist. Bitte erzähle mal ein wenig über Dich und Deinen Werdegang.
LB: Naja, ich bin 28 Jahre alt, in Kattowitz, Polen, geboren. Mit sechs Jahren kam ich mit meinen Eltern nach Deutschland und lebe seitdem in Merzig.

SV: Sicher nicht einfach mit sechs Jahren in ein anderes Land umzusiedeln..
LB: Ja allerdings, aber es ermöglichte meiner Familie Arbeit.

SV: Und wie waren Deine fußballerischen Anfänge?
LB: Das war eher unstrukturiert. Ich spielte erst in der C-Jugend Vereinsfußball in Merzig, aber das gefiel mir irgendwie nicht richtig.

SV: Ok, und dann war Sendepause?
LB: Ja, ich hörte dann auf mit Fußballspielen. Mir fehlte der Spaß und die richtigen Leute.

SV: Und wie kamst Du dann nach Biringen?
LB: René Klose schleppte mich mal mit zum Training. Und mir hat es hier auf Anhieb gefallen. Und so bin ich hier hängengeblieben.

SV: Du hast Dich hier inzwischen zu einem absoluten Stammspieler etabliert und giltst als einer der besten Abwehrspieler der Liga. Du spieltest vor Jahren auch mal im Mittelfeld. Was ist eigentlich Deine Lieblingsposition?
LB: Abwehr.

SV: Aber Du kannst auch Tore schießen..
LB: Ja wenn ich mal nach vorne gehe und einen Ball kriege, haue ich ihn halt mal rein..

SV: Der Trainer kann sich glücklich schätzen, einen so zuverlässigen Mann in den Reihen zu haben. Hast Du eigentlich keine Ambitionen zu einem anderen Verein zu wechseln? Mal in Merzig vor der Haustür spielen?
LB: Nein eigentlich nicht. Merzig hat keine Chance.

SV: Was war aus Deiner Sicht die schönste Phase hier in Biringen?
LB: Das war die Zeit nachdem wir ein Jahr pausierten und dann wieder unter Mäx (Markus Weidig) neu starteten. Wir bekamen ziemlich oft auf die Ohren und holten in der Hinrunde kaum einen Punkt. Den ersten feierten wir dann aber ziemlich ausgelassen. Wir hatten eine lustige Truppe und eine tolle Stimmung, ohne Zwänge.

SV: Wie siehst Du die aktuelle Situation rund um die beiden Mannschaften?
LB: Insgesamt können wir mehr konditionellen Bereich arbeiten. Meine persönliche Meinung ist, dass wir im Training zu wenig laufen. Ich würde mir hier eine intensivere Belastung wünschen. Die Vorbereitung lief bei uns ziemlich schlecht. Da waren kaum Leute da. Mal fünf oder sechs. Das merkt man auf dem Platz; da haben wir Nachholbedarf. Wir haben ganz gute Leute, aber zu wenig Laufbereitschaft. Wir spielen den Ball und bleiben stehen. Wir müssen passen, laufen, passen, laufen, aber einigen fehlt hierzu die Kondition. Aber eins möchte ich hier klarstellen: ich finde unserem Trainer gut und habe ein gutes Verhältnis zu ihm.

SV: Mit wem verstehst Du Dich in der Mannschaft am besten?
LB: Mit den beiden Cappels Christian und Christoph. Wir bilden auch eine Fahrgemeinschaft. Aber ich komme mit allen gut aus.

SV: Du bist immer einer der letzten unter der Dusche..
LB: Ja das stimmt, das ist eine Marotte von mir. Ich genieße das. Erstmal ein Bierchen nach dem Training, dann Spielersitzung, ja und dann gemütlich unter die Dusche. Oder noch in die Sauna im Clubheim. Das finde ich gut. Wird Zeit, dass wir die Saunasaison wieder eröffnen.

SV: Kommen wir nochmal zu ein paar persönlichen Statments
Hier ein paar Stichworte: Rauchen.
LB: Gauloises Rot, zehn Kippen am Tag. Nichts wildes.

SV: Auto
LB: Ford Focus - Izzy wird´s freuen..

SV: Arbeit
LB: Groß- und Außenhandelskaufmann, Firma F.T.B. Krevet, Schweißtechnik

SV: Musik
LB: Rock und Metal

SV: Kino
LB: Mein letzter Kinofilm war Thor; geht so in Richtung Herr Der Ringe. Ich mag alles im Bereich Abenteuer- und Fantasy Filme.

SV: Lukas, vielen Dank, dass wir ein wenig über Dich erfahren durften!

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04. November 2011

Karoline Spandl ist seit August Vorsitzende des SV Biringen-Oberesch. Für viele Beobachter war diese Personalie eine Überraschung. In der Männerdomäne Fußball eine Frau an der Spitze – bei vielen Vereinen sicherlich ein NoGo – nicht so beim SV BO.

In der Politik gibt es die 100 Tage „Welpenschutz“ – bei Karoline Spandl (KS) ist dieser nun vorbei. Am Freitag stand sie der Homepage Rede und Antwort.

SV: Wie kam es, dass Du nach längerer Abstinenz wieder den Weg zum SV Biringen-Oberesch fandst?
KS: Irgendwie war ich ja nie weg. Meine Freunde und viele Bekannte sind mit dem Verein verwurzelt. Der Zusammenhalt, die Gemeinschaft und die Liebe zum Verein haben mich hergebracht.

SV: Du stehst inzwischen dem Verein vor. Kannst Du die Skeptiker verstehen, die das einer Frau nicht zutrauen?
KS: Ich habe keine Skeptiker hier gesehen. Ich fühle mich seit meinem Amtsantritt als erste Vorsitzende voll akzeptiert und respektiert. Was anderes habe ich auch nie erwartet. Sonst hätte ich diese Verantwortung wahrscheinlich auch nicht übernommen. Alle ziehen hier an einem Strang. Aber eins ist klar: Ich habe nicht so viel Ahnung vom Fußball.

SV: Steht das nicht in einem Widerspruch?
KS: Überhaupt nicht. Ich bin ja nicht der Trainer oder meine Aufgabe ist es ja nicht über Spieler zu urteilen oder das Spielsystem zu diskutieren. Dafür habe ich ein starkes Team im Rücken.

SV: Die da wären?
KS: Also in erster Linie der geschäftsführende Vorstand. Mir war klar, dass dies keine „Onewomanshow“ sein kann. Mir ist wichtig, dass nicht nur ich gesehen werde und im Vordergrund stehe, sondern wir gemeinsam den Verein voranbringen. Daher war es klar, dass wir Fußballsachverstand im Vorstand benötigen und dieser ist mit Ernst Rosche und auch Toni Trovato absolut gegeben. Ernst hat ein großes Wissen rund um den Fußball. Er hat kennt die Prozesse in Richtung Saarländischer Fußballverband, Spieleranmeldungen, Schiedsrichter usw. Insgesamt haben wir eine super Abstimmung untereinander, es weiß jeder was zu tun ist - das ist perfekt.

SV: D.h. die Unterstützung ist da?
KS: Wir sind ein Team, bei uns ist das nicht nur ein Spruch, wir leben das. Wenn ich sehe, was im Hintergrund – von beispielsweise Ernst Rosche, Maik Beckinger und Stéphanie Kobuch geleistet wird - richtig toll. Das kostet ja auch Alles viel Zeit. Davor ziehe ich meinen Hut. Aber ich kann hier eigentlich den ganzen Vorstand nennen. Wir arbeiten im Team!

SV: Stichwort Zeit. Heute hat doch eigentlich keiner Zeit. Wie bekommst Du das alles unter deinen besagten Hut?
KS: Richtig, ich habe auch keine Zeit. Ich habe enorm viel Stress mit meinem Haus, der Fahrerei, organisiere dies und das und schaffe es doch zum Training und den Spielen zu kommen..

SV: .. und den Verein zu führen..
KS: Ja, weil ich es will! Wenn in einem Verein jeder immer nur haben möchte und teilnehmen möchte, sich aber nicht engagiert, haben wir die Situation wie in vielen anderen Vereinen. Sie stehen am Abgrund oder sind längst fusioniert. In einem Verein wie unserem geht es um Freizeit, Hobby, Spaß und Gemeinschaft – und jeder trägt seinen Teil dazu bei. Das ist Teil meines Lebens, Ausgleich zum Alltag. Hier wird viel gelacht und gemacht.

SV: Wie ist die Situation im Verein? Ist die Mehrzahl nur „Teilnehmer“?
KS: Klares Nein! Ich mache es mal am letzten Arbeitseinsatz fest. Wir waren zwanzig Leute. Und wir haben sechs Stunden gearbeitet. Gigantisch. Wir haben rund um den Sportplatz aufgeräumt und einiges auf Vordermann gebracht. Ich denke, wir haben viele, die sich engagieren. An dieser Stelle möchte ich mal ausdrücklich Werner Schwarz, Werner Weber, Berti Theobald und Karl-Heinz Pignon nennen. Danke.
Und wir haben viele Spieler von auswärts, die weite Fahrtstrecken auf sich nehmen, um bei uns zu spielen und hier die Gemeinschaft genießen. Wenn Spieler aus Merzig nach Biringen kommen, fahren sie am Merziger Sportplatz vorbei über Hilbringen und durch Mondorf – vorbei an vielen anderen Möglichkeiten Fußball zu spielen. Das finde ich eine tolle Bestätigung für den Verein.

SV: Philosophie des Vereins ist, keine Ablösen und keine Gelder für Spieler zu zahlen. Was bietet der Verein eigentlich den Spielern?
KS: Izzy hat es im letzten Interview schön gesagt: Chancen! Jeder ist hier Willkommen, egal wie talentiert er ist. Den Club hat es immer ausgezeichnet, Neue schnell und vorbehaltslos zu integrieren. Ich glaube, es gibt hier nicht die Cliquenwirtschaft, wie anderswo. Das beste Beispiel ist die große Spielerdecke, die dem Trainer zur Verfügung steht. Darüber hinaus organisieren wir oft freitags nach dem Training Essen. Mal verwöhnen uns Spieler auf Italienisch, mal gibt´s französischen Käse oder Weißwürste wie zuletzt. Oder der Trainer gibt uns kulinarische Einblicke in den Orient. Das verbindet und bringt Zusammenhalt. Und jeder ist im Clubheim herzlich Willkommen.
Wir haben noch einige Ideen, den Zusammenhalt weiter zu stärken. Lasst Euch mal überraschen ;)

SV: Hört sich alles sehr schön an. Wie beurteilst Du die sportliche Lage?
KS: Wir sind sensationell in die Saison gestartet. Das war schon toll, ein paar Spieltage die Tabelle anzuführen und zu schauen, wie die Verfolger spielen. Inzwischen sind wir abgerutscht, aber ich sehe die Entwicklung durchaus positiv.

SV: In der Tat! Danke für die Einblicke.

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Auf vielfachen Wunsch das letzte Kabinengeflüster :)

28. Oktober 2011 - Interview mit unserem Trainer Izzettin Ali Khan

Die Redaktion von sv-biringen-oberesch.de unterhielt sich mit unserem Trainer Izzettin Ali Khan über die aktuelle Situation beim SV Biringen-Oberesch. Die Hinrunde neigt sich dem Ende, unsere erste Mannschaft steht auf Platz acht, die zweite Mannschaft rangiert im Tabellenkeller. Zeit für ein Zwischenfazit.

SV: Vor der Saison klangst Du eher pessimistisch im Hinblick auf die neue Spielzeit.
Im saaramateur war zu lesen, dass Du eine schwierige Saison auf den SVBO zukommen siehst. Hat sich das bestätigt

In der Tat waren die Voraussetzungen am Anfang alles andere als gut. Die Trainingseinheiten in der Vorbereitung waren schlecht besucht und die Abgänge haben natürlich auch eine Lücke gerissen. Je näher der Saisonstart rückte desto mehr Spieler kamen aber dann wieder ins Training und uns gelangen auch noch Spielertransfers gegen Ende der Vorbereitung.
Du sprachst gerade die Zu- und Abgänge an. Welche Abgänge taten am meisten weh?
Benny Jansen, Frank Wassmuth, Peter Schneider – ganz klar! Das sind Typen – auch außerhalb des Spielfeldes enorm wichtig für unsere Mannschaft. Die kann man nicht 1:1 ersetzen. Es ist unglaublich schade, dass sie uns den Rücken kehrten. Gerade in einem kleinen Verein wie hier in Biringen tut eigentlich jeder Abgang weh, aber diese Spieler waren schon stark verwurzelt und ein Benny Jansen hat hier immer für gute Stimmung gesorgt. Aber eins ist auch klar: wenn einer weg will, halten wir keinen auf. Wir brauchen Leute, die die Rahmenbedingungen akzeptieren und sich hier einbringen wollen.

SV: Konnten die Neuzugänge bisher überzeugen?

Unser wichtigster Neuzugang ist ganz klar Thomas Bedersdorfer. Er stieß erst kurz vor Saisonstart zu uns und ist bei mir unangefochtener Stammspieler! Er ist aus unsere Mannschaft nicht mehr wegzudenken. Er ist ein Spielertyp, der unserer Mannschaft noch gefehlt hat. Ein Führungspersönlichkeit, aggressiv, kampfbetont, an dem sich die Teamkollegen orientieren können. Darüber hinaus sind Spieler wie Paul Schäfer oder Ismail Ugur enorm wichtig für uns. Das sind richtige Abräumer, die ordentlich in die Zweikämpfe gehen können.

SV: Zuletzt konnten noch Matthias Gach, Marco Ingebrand und René Klose verpflichtet werden

Ja, das freut mich sehr, dass uns dies gelungen ist. Sie haben hier ein paar Einheiten mitgemacht und sich Training, Gegebenheiten und die Mannschaft angeschaut. Und es ging ihnen wie vielen Spielern zuvor. Sie fühlen sich wohl, werden sofort von der Gemeinschaft aufgenommen und integriert. Letztlich kommt es auf jeden Neuankömmling selbst an. Wer sich hier ein wenig einbringt und nicht direkt nach dem Training flüchtet, hat es hier sehr einfach. Insgesamt denke ich zeigen diese Beispiele, was den SV Biringen-Oberesch ausmacht. Gute Kameradschaft, Spaß und die Bereitschaft sich zu verbessern.
Das hört sich ja ziemlich märchenhaft an.
Für mich ist der Maßstab irgendwo auch der Trainingsbesuch und der liegt bei uns im Durchschnitt bei 15 – 16 Spielern. Es gab zuletzt Einheiten mit über 20 Spielern. So eine Beteiligung bekommt man dann, wenn es den Leuten Spaß macht. Und noch eins ist

SV: Ja, bitte..

Jeder bekommt von mir die Chance in die erste Mannschaft zu kommen; dieser Anreiz beflügelt, auch die arrivierten Kräfte.
Kommen wir mal zu Deiner Spielidee oder besser Deiner bevorzugten Taktik. Du setzt ja auf ein eher klassisches Spielsystem, noch mit Libero, Manndecker, zwei Spitzen usw.
Ich habe eine klare Vorstellung vom Spiel mit definierten Aufgaben für die Spieler. Für mich ist eine Grundordnung, vor allem in der Defensive, enorm wichtig. Ich habe jetzt einen Kader zusammen, der mir es erleichtert meine Philosophie sonntags durchzusetzen. Ich muss nun nicht mehr die Taktik nach den gerade vorhandenen Spielern richten, sondern kann bei Ausfällen positionsbezogen wechseln. Alleine in der Innenverteidigung stehen mir mit Lukas Banasch, Isamail und Paul Schäfer beispielsweise drei absolute Top-Leute zur Verfügung. So kann ich wunderbar reagieren, wenn es zu Ausfällen kommt. Aber auch auf anderen Positionen habe ich gleichwertige Alternativen. Ich habe kein Problem damit einen Stefan Jost oder auch einen Karsten Dres reinzuwerfen.

SV: Vorne hat man allerdings den Eindruck, dass sich alles auf Mehmet Uygur fokussiert.

Wer einen solchen Ausnahmespieler in seinen Reihen hat, kann sich glücklich schätzen. Klar, er macht den Unterschied aus und ist sicherlich einer der besten Stürmer der Klasse. Das bekommt er leider immer häufiger auch durch gegnerische Tritte zu spüren. Er ist aber sonst nicht zu stoppen. Leider schützen die Schiedsrichter solche Spieler nicht genug. Aber unsere Offensive nur auf meinen Bruder zu reduzieren, würde der Mannschaft nicht gerecht. Gegen Perl hatten wir fünf verschiedene Torschützen. Das zeigt, dass es hier nicht nur Mehmet gibt

SV: Wer sind die bisherigen Gewinner und Verlierer der bisherigen Saison?

Für mich in erster Linie die Defensive Mitte: Thomas Bedersdorfer, Andreas Blazy, Ismail Uygur, Lukas Banasch. Sie machen sehr viel Freude. Aber ein großer Gewinner ist natürlich auch Echi. Vorne, Mitte, Hinten – überall einsetzbar und überall top. Mehr erwarte ich beispielsweise von Björn Erben, unserem Torwart. Eigentlich einer der besten Keeper der Liga. Er hatte zuletzt ein kleines Tief. Er hält teilweise schier Unhaltbare, aber dann lässt er auch wieder einen einfachen Ball durch. Aber ein kleines Leistungsloch gestehe ich jedem Spieler zu. Er kommt wieder.

SV: Und das macht den SV Biringen-Oberesch auch aus. Hier kann man auch mal Fehler machen und wird nicht direkt an die Wand genagelt.

Genau, und deswegen haben wir auch viele Spieler hier, weil sie wissen, dass hier keiner fallengelassen wird. Wir definieren uns nicht ausschließlich über Sieg oder Niederlage. Wie man sich rauszieht sieht man auch an unserem Kapitän Christoph Dickmann. Er opfert sich auf den verschiedenen Positionen für die Mannschaft auf. Hat er eine schlechte Phase, lässt er sich nicht hängen, sondern gibt Gas ohne Ende. Das ist ein Vorbild für die Mannschaft.

SV: Was macht die zweite Mannschaft?

Sie hat ein riesen Potenzial. Das hört sich jetzt vielleicht komisch an, aber wenn ich mir die Aufstellung von heute und die vor einem Jahr anschaue, dann verfügt die Zweite über gute Einzelspieler und inzwisch auch über einen großen Kader. In der Zweiten sind Spieler, die hätten vor ein oder zwei Jahren locker in der ersten gestanden. Als Beispiele nenne ich mal Carsten Dres, Benny Kiefer oder Ümit Sanak. Das Team muss nur stärker zu einer Mannschaft zusammenfinden. Es fehlen etwas Disziplin und Ordnung über die vollen neunzig Minuten. Daher bin ich froh, dass Marc Großmann, Kapitän der zweiten Mannschaft, nach seiner Verletzung wieder langsam zu alter Stärke findet. Er wird er dem Team zu mehr Struktur und Ruhe verhelfen.

SV: Wie siehst Du die nächsten Wochen? In welche Richtung geht´s für den SV Biringen-Oberesch?

Wir müssten mal einen großen Coup landen! Einfach mal einen der ersten drei Teams der Liga schlagen. Die Mannschaft bräuchte so ein Erfolgserlebnis mal. Das Gefühl, Mensch, wir können auch den Spitzenreiter schlagen, würde Kräfte freisetzen. Fußball findet halt auch im Kopf statt. Meine Mannschaft ist teilweise nicht genug überzeugt von sich, zeigt zu viel Respekt vor dem Gegner. Ein solcher Sieg könnte helfen und einen Schub bringen, der uns durch die Saison trägt.

SV: Na dann! In diesem Sinne! Danke für das Gespräch und viel Erfolg!

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